Klagen gegen Nitratverschmutzung und für sauberes Wasser

Shownotes

Sauberes Trinkwasser wird knapper – gleichzeitig gelangt weiterhin zu viel Nitrat aus der industriellen Landwirtschaft ins Grundwasser. Warum Gülleüberschüsse und sinkende Grundwasserstände die Belastung verschärfen, die Bundesregierung den Wasserschutz dennoch schwächt und was jetzt für sauberes und bezahlbares Trinkwasser passieren muss, darüber sprechen Sascha Müller-Kraenner und Reinhild Benning in dieser Folge.

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Transkript anzeigen

00:00:00: Wir müssen wirklich entlang der ganzen Lebensmittelkette – und das tun wir als DUH – Gespräche führen, damit alle Beteiligten ihren Beitrag zum Wasserschutz leisten.

00:00:27: Mein Name ist Sascha Müller-Krenner, ich bin Bundesgeschäftsführer und heute wollen wir bei unserem Podcast Druck machen über ein ganz wichtiges Thema reden.

00:00:34: Nämlich über unser Lebensmittel Nummer eins – Wasser!

00:00:37: Wasser ist unser Lebensmitteln Nummer eins des wichtigsten Lebensmittel und natürlich wollen wir uns von sauberem Wasser ernähren.

00:00:44: Wollen wir sauberes Wasser trinken?

00:00:45: Wollen auch wir sauberes Wasser benutzen zum Kochen?

00:00:48: Und deswegen ist es eines der wichtigsten Themen mit denen sich die deutsche Umwelthilfe auseinandersetzt.

00:00:53: Das Problem ist, das Wasser in Deutschland ist nicht überall sauber und deswegen setzen wir uns seit Jahren dafür ein dass diese Grenzwerte die wir haben, diese gesundheitsbasierten Grenzwert im Bereich Wasser eben auch eingehalten werden.

00:01:05: Es ist nur leider Gottes so, obwohl man denken würde alle Menschen haben Interesse daran, dass Wasser sauber ist, dass manche politische Entwicklungen in die falsche Richtung gehen.

00:01:13: Gerade jetzt hat die Bundesregierung einen Gesetzesvorschlag vorgelegt, der das Düngerecht entschärfen möchte.

00:01:20: Also laxere Düngerregeln mehr Gefahr für Nitrat ins Grundwasser.

00:01:24: was stattdessen natürlich notwendig wäre ist dass wir mehr tun fürs saubere Wasser und heute wollen wir darüber sprechen was wir als deutsche Umwelthilfe politisch tun und was sie als Verbraucherinnen und Verbrauchern selber tun können damit unser Wasser sauber bleibt und sauber wird.

00:01:41: Und das Gespräch heute führe ich mit einer ausgewesenen Expertin für dieses Thema, nämlich mit meiner Kollegin Reinhild Benning.

00:01:48: Die uns berät im Bereich der Agrarpolitik.

00:01:51: herzlich willkommen, Reinheld!

00:01:52: Schön dass du da bist.

00:01:54: Danke für die Einladung Sascha.

00:01:56: Ich freue mich auf unser Gespräch.

00:01:57: Reinhalt, du bist selber ausgebildete Landwirtin.

00:02:01: Du bist jetzt seit fünf Jahren bei der Deutschen Umwelthilfe und berätst uns bei einer ganzen Reihe von Themen.

00:02:06: Bei den Themen Landwirtschaft, bei den Themen Gewässerschutz beim Thema Tierhaltung.

00:02:11: Du hast selber mitgewirkt als Atom beim Fleischatlas und du hast auch unter anderem die initiative faire Preise in der Lebensmittelkette Mitbegründet, also du bist wirklich eine Expertin im ganzen Feld der Landwirtschaft und einer nachhaltigen Ernährung.

00:02:25: Und eben auch im Bereich des Trinkwasserschutzes.

00:02:29: Jetzt erstmal die Frage an dich – wo liegt denn das Problem in Gewässerschutz in Deutschland?

00:02:35: Die Hauptherausforderung klickt darin dass wir auf der einen Seite eine Ernährungsindustrie haben wie etwa die Fleischindustrie oder auch die großen Molkereien, die gerne günstig produzieren wollen.

00:02:49: Dafür brauchen sie große einheitliche Partien an Tieren.

00:02:53: Wenn diese Tiere in großen Gruppen manchmal so hunderttausenden Hühnern oder zehntausenden Schweinen in einem Stall gehalten werden, dann entstehen da auch eine Menge Exkremente Die Gülle genannt werden und in dieser Gülle stecken die Nährstoffe, die unser Wasser belasten.

00:03:11: Wird also die Gülle rund um diese Megastelle ausgebracht mit zu hoher Menge auf zu wenig Fläche?

00:03:18: Dann ist ein Düngeüberschuss da.

00:03:21: das heißt das Interesse der Fleisch- und Milchindustrie steht im Interesse des Wasserschutzes diametral gegenüber denn billiger wird Fleisch wenn Gülle Entsorgung günstig ist.

00:03:32: Und es wird ja immer ein Bild gemalt, der Bauernhof auf dem natürlich Pflanzen angebaut werden, Obst, Gemüse, Getreide und dann eben auch Tierhaltung und dieses Bild der bäuerlichen Landwirtschaft in dem dann eben Pflanzenproduktionen, Tierhaltungen zusammengehören In gewisser Weise auch im Kreislaufsicht befinden.

00:03:49: Das wird uns ja immer vorgespielt, vorgegaukelt und deswegen subventionieren wir ja auch unsere Landwirtschaft mit dem Argument Wir wollen die bäuerliche Landwirtschaft erhalten.

00:03:59: Wie konnte denn dieses System so entgleisen?

00:04:02: Das System hat jahrelang hervorragend funktioniert, solange wie Landwirtinnen und Landwirte nur so viele Tiere gehalten haben.

00:04:10: Wie auch Fläche am Hof war, wo umweltverträglich Gülle ausgebracht werden konnte.

00:04:16: Und Mist!

00:04:17: Und das ist etwa Anfang der zweitausender Jahre aufgelöst worden.

00:04:23: Hier sind die Umweltregeln soweit aufgeweicht worden dass gewerbliche Tierhaltung entstehen konnte beschreibt Stallanlagen mit eben sehr großen Tierzahlen, wo weder das Futter von den eigenen Flächen gewonnen wird noch die Gülle ausgebracht werden kann.

00:04:42: Weil gar keine Flächen mehr zu diesen Stellen gehören.

00:04:45: und in dem Fall ist es dann nötig dass die Unternehmen die Güller exportieren also quasi verbringen und das kostet Geld Und an dieser Stelle ist dieser Druck entstanden, dass Gülle möglichst auf dem Papier verschwindet auch wenn es dann in der Umwelt landet.

00:05:04: Daher ist es so wichtig das Dünge recht streng und wirksam zu fassen damit hier keine Gülle Lkw auf den Papier verschwinden die aber dann die Umwelt

00:05:15: belasten.

00:05:28: Kommen wir vielleicht zur Tierhaltung wie man das vielleicht doch anders machen kann In der Landwirtschaft später noch im Gespräch, aber du hattest ja schon gesagt wir brauchen ein strenges Düngerecht aus dem Düngrecht was wirkt.

00:05:40: Also Salopp gesagt ein Düngerecht das dafür sorgt dass die Grenzwerte dir gesundheitlich begründet sind nicht nur aus dem Papier stehen sondern auch eingehalten werden in der Realität.

00:05:51: weil dafür sind Gesetze hier im Grunde da.

00:05:53: Und jetzt ist es ja so, wir haben in der Europäischen Union und die meisten Regeln, die wir haben im Landwirtschaft und in der Umweltpolitik kommen aus Brüssel.

00:06:02: Das meiste sind auch vernünftige Regelungen.

00:06:05: Wir haben diese Regelung schon sehr lange.

00:06:07: Der Nitratgrenzwert ... Trinkwasser, der stammt aus dem Jahr umfassende Wasserrahmenrichtlinie, die generell den Gewässerschutzregeln soll.

00:06:29: Da geht es dann nicht nur um Nitrat sondern auch um Phosphat und andere Schadstoffe, auch um Ewigkeitschemikalien aber auch darum dass die Flüsse generell und Gewässer wieder in natürlichen Zustand erreichen.

00:06:40: Jetzt haben wir also diese Regeln schon seit Jahrzehnten.

00:06:45: was hat sich da seitdem bewegt?

00:06:47: oder hat sich etwas bewegt?

00:06:48: Und wenn nicht woran hakt's

00:06:51: Diese ganz hervorragenden EU-weiten Regeln, die der Wirtschaft klar gesagt haben.

00:06:56: Liebe Wirtschaft du kannst machen was du willst aber eines muss klar sein das Wasser muss geschützt werden und deshalb setzen wir jetzt europaweit diese Grenzwerte hat gewirkt.

00:07:06: In Deutschland zum Beispiel ist an seventy vier Prozent der Messstellen der Grenzwert unterhalb der fünfzig Milligramm also erfolgreich unterhalb dieses Grenzwerte geblieben.

00:07:17: Was ist denn an den Messstellen, an denen der Grenzwert nicht gehalten wird und gerissen wird?

00:07:21: Was ist da anders?

00:07:23: Dort sehen wir das die Landwirtschaft ein Übermaß an Dünger ausbringt.

00:07:30: Diese Nährstoffe können dann vom Boden nicht gefiltert werden, sondern gelangen bis ins Grundwasser.

00:07:36: also letztendlich kann man sich das auf einem Bauernhof so vorstellen oder auch in einer Tierhaltung so vorstellen ein.

00:07:44: ich baue auf dem Feld zum Beispiel Mais an und gebe diesem Mais so viel Dünger, wie die Pflanze aufnehmen kann.

00:07:52: Dafür gibt es Faustzahlen, wie ich das berechnen kann als Landwirtin.

00:07:56: Jetzt habe ich aber in meinem Gülle-Lager mehr Düngers als der Mais braucht.

00:08:02: Und wenn ich diese Mehrmenge ausbringe, dann nimmt der Mais nur so viele Nährstoffe auf, wie er eben zum Wachsen braucht.

00:08:10: Der Rest geht entweder als Nitrat ins Grundwasser oder aber als Ammoniak in die Luft und diese Emissionen, die in die Umwelt entlassen werden, stellen die Belastungen dar.

00:08:23: Also man kann sozusagen sagen, dass diese überflüssige Gülle entsorgt wird.

00:08:28: Entweder in unseren Grundwasser oder eben in der Atemlufte die wir alle atmen und eben nicht ordnungsgemäß sondern auf Kosten der Allgemeinheit.

00:08:36: So ist es also.

00:08:37: Ammoniac belastet auch die Gesundheit sehr stark.

00:08:40: Wir haben in den Niederlanden eine sehr hohen Ammoniakkonzentration Aufgrund der dichten Tierhaltung dort.

00:08:46: Auch in Teilen Deutschlands ist das eine Herausforderung.

00:08:50: Jetzt heißt es ja immer, dass diese ganzen Regeln die wir jetzt hier eingeführt haben über die Jahre die Landwirtschaft belasten.

00:08:56: Das sind zusätzliche Kosten heisst das ist zusätzlichen Bürokratie, Dinge müssen dokumentiert werden.

00:09:01: wie wird's denn woanders gemacht in europäischen Nachbarländern?

00:09:04: Gibt es da auch positive Beispiele, dass man anders wirtschaften kann und dass man diese europäischen Regeln so umsetzen kann, dass sie das Ziel erreicht nämlich sauberes Wasser ohne zu viel Bürokratee?

00:09:14: gibt es da positive Bespiele?

00:09:16: Ja, denn alle Staaten müssen sich ja mit den von dir genannten EU-Regeln auseinandersetzen und alle haben dafür Regeln erlassen.

00:09:24: Zum Beispiel gibt es in den Niederlanden inzwischen das Achte-Nitrat-Aktionsprogramm, mit dem ganz klar gemacht wird wie die Ziele des Wasserschutzes erreicht werden sollen.

00:09:36: Ein tolles Beispiel finde ich auch Dänemark.

00:09:39: dort gibt es nämlich eine sehr bürokratiearme Umsetzung der Wasserschutzregeln, die digital angelegt ist.

00:09:46: Hier geben die Landwirtinnen und Landwirte an, was sie an Dünger eingekauft haben, welche Jungtiere Sie auf den Hof geholt haben und rechnen das um in Nährstoffäquivalente.

00:09:59: Dann rechnnen sie am Ende eines Jahres um, was hat den Hof wieder verlassen?

00:10:04: Wie viel Milch wie viel Fleisch wie viele Getreide und wieviel Schlachtiere zum Beispiel.

00:10:08: Und das wird auch wieder ein Nährstoffäquivalente umgerechnet.

00:10:15: Output-Bilanz, alles was das Delta also der die Differenz zwischen Input und Output ist in der Umwelt geblieben.

00:10:25: Klingt total logisch klingt ja auch nach gutem Management.

00:10:28: man bilanciert man kann ja nur managen was man auch miss.

00:10:31: warum funktioniert es in dänemark warum nicht bei uns?

00:10:35: hier gibt es keinen politischen Willen derzeit in der aktuellen Regierung, um diese einfachen digitalen Instrumente anzuwenden eine Nährstoffbilanz digital erstellen zu lassen und eine Regel dafür zu erlassen.

00:10:50: Wir müssen hier deshalb den Druck noch weiter erhöhen.

00:10:53: Legt's an die Regierung oder legts an Lobbygruppen?

00:10:56: Also sowohl die Lobby-Gruppen nennen alles was ist Regel Vorschlägen seitens der Umweltseite gibt als Bürokratiemonster ab.

00:11:09: Insbesondere der Deutsche Bauernverband, das muss man ganz klar sagen ist gegen jede Form der Bilanzierung.

00:11:20: andere Seite die Umweltseite fordert diese Bilanzierung, denn wir haben in Europa das Verursacherprinzip.

00:11:27: Wenn jemand einen Umweltschaden verursacht dann ist diejenige Person auch sozusagen zur Verantwortung zu ziehen.

00:11:34: und eine betriebliche Nährstoffbilanz ermöglicht uns ganz klar zu sagen Die meisten Betriebe in Deutschland wirtschaften umweltgerecht Und ein Teil hat Nährstoffüberschüsse.

00:11:46: die müssen wir aber finden diese einzelnen um sie zur Verantwortung ziehen zu können und mit ihnen umweltgerechte Düngepläne auszuarbeiten.

00:11:55: Das ist nur möglich, wenn wir solch eine Nährstoffbilanz auch im Gesetz verankern.

00:12:00: Jetzt hast du ja gesagt, wir müssen mehr Druck machen.

00:12:03: Wir müssen Druck machen auf die Politik und vielleicht auch gegen Druck zu den anderen Lobbyverbänden.

00:12:07: Das ist ja auch das Motto dieses Podcasts – Druck machen!

00:12:10: Wir machen Druck für die Umwelthilfe als deutsche Umweltheilfe und eine Art und Weise wie wir immer vorgehen ist dass wir auch manchmal vor Gericht sehen und einfach sagen es gibt hier geltende Gesetze.

00:12:24: durchgesetzt werden, die müssen gelten.

00:12:26: Und jetzt haben wir ja zum Beispiel und so hat es auch schon erwähnt in den Niederlanden gibt es schon das achte Nitrat-Aktionsprogramm.

00:12:33: Gibt's in Deutschland nicht?

00:12:35: Wir haben ja im letzten Jahr als deutsche Umwelthilfe vor dem höchsten deutschen Verwaltungsgericht von einem Bundesverwaltungsschrift in Leipzig hier ein historisches Urteil erstritten – dass die Bundesregierung also des Landwirtschaftsministeriums Landwirtschaftsminister Alois Reiner zum ersten Mal ein deutsches Nitrataktionsprogramm erlassen muss.

00:12:56: Wie ist denn da der Stand der Dinge?

00:12:58: Haben wir jetzt mit diesem Gerichtserfolg, haben wir alles erreicht?

00:13:02: Ist da jetzt den Automatismus in Gang gesetzt?

00:13:05: was können wir denn erwarten?

00:13:07: Ein ganz wichtiger Fortschritt, den die deutsche Umwelthilfe hier erstritten hat ist dass dieses Aktionsprogramm nicht mehr nur unter Lobbis und Regierungen ausgehandelt werden kann.

00:13:18: Sondern für das Nitrat-Aktionsprogrammen so gibt es Brüssel vor muss auch eine strategische Umweltverträglichkeitsprüfung gemacht werden und das bedeutet Beteiligung der Öffentlichkeit.

00:13:31: Und unter diesem Transparenzvorzeichen haben wir eine Chance, dass das deutsche Düngerecht endlich besser wird.

00:13:37: Weil hier nicht nur die Lobbis am Tisch sitzen sondern die Öffentlichkeit und damit sind auch wir Umweltverbände gemeint!

00:13:43: Also wir haben einen Fuß in die Tür bekommen durch die erfolgreiche Klage und das Urteil.

00:13:48: Und ein zweiter Punkt ist die Vorschläge, die jetzt auf dem Tisch liegen bzw.

00:13:53: fürs Nitrataktionsprogramm erwarten wir in diesem Jahr einen Vorschlag aber die Zeitpläne dazu sind noch so unkonkret.

00:14:01: unsere Anfragen an das Ministerium haben einen so un konkreten Zeitplan ergeben dass wir im Grunde sagen müssen Die Regierung versucht hier offensichtlich auf zeit zu spielen denn wenn sie mit dem vorschlag erst spät im jahr kommt und dann alle Beratungsgremien zusammentreten müssen.

00:14:20: Dann ist wieder Frühjahr, und eine neue Dünge-Saison hat begonnen.

00:14:25: die Gülle wird verklappt ohne dass es Regeln gibt!

00:14:28: Und da gehen wir nicht mit sondern machen weiter Druck und fordern die Bundesregierung auf hier Straffe Zeitpläne aufzustellen und jetzt mal zackig mit den nächsten Schritten vor dem Tag zu kommen.

00:14:43: dem Klimaschutz bitten will und wie besser als das zum Beruf zu machen.

00:14:52: Leider ist es zuletzt

00:14:53: nicht

00:14:53: einfacher geworden, sich für Klima- und Umweltschutz starkzumachen.

00:14:57: Gede Unterstützung von Ihnen als Hörerin hilft uns bei diesem Ziel.

00:15:01: Vielen

00:15:02: Dank!

00:15:08: Was müsste denn passieren?

00:15:09: Was müsste dann ganz konkret passieren, die Top drei Maßnahmen, die in diesem Programm drinstehen müssen damit man es wirklich merkt.

00:15:16: Also dass absehbar in ein paar Jahren das Grundwasser sauberer ist und auch das Trinkwasser saubere ist.

00:15:21: Was sind denn die wesentlichen Dinge, die jetzt konkret passieren müssen?

00:15:26: Die Bundesregierung muss Regeln erlassen, dass eine Tierhaltung unbedingt an die Fläche gebunden werden muss.

00:15:34: Jede Tierhaltung muss nachweisen, dass sie pro zwei Großvieh-Einheiten ... Das sind etwa die Güllemenge, die zwei Rinder im Jahr verursachen.

00:15:44: Also Großvieheinheit um's mal zu erklären?

00:15:46: Ein Großvier ist sozusagen eine Kuh!

00:15:49: Das ist ein Großvieh.

00:15:49: Es wird umgerechnet auf Kleinfieh, also Schweine, Geflügel und da gibt es dann so einen Umrechenfaktor.

00:15:57: Ganz genau!

00:15:58: Denn am Ende kommt das auf die Menge an Stickstoff an, die pro Jahr und Hektar ausgebracht werden.

00:16:04: Und hier wollen wir den eine Grenze von onehundertundsechzig Kilogramm pro Jahr als absolutes Maximum umsetzen und in Regionen wo die Düngung schon auf hohem Niveau ist Nur hundertzwanzig Kilogramm Stickstoff pro Hektar und Jahr.

00:16:22: Und entsprechend wenige Tiere pro Hekta!

00:16:26: Wir sind ja in Deutschland ohnehin an der Stelle, dass die Verbraucherinnen und Verbrauchern viel mehr Ökoprodukte nachfragen – vielmehr Tierschutzprodukte nach fragen, sodass der Abbau der Tierbestände in Deutschland jetzt ein Momentum hat.

00:16:43: Und wir fordern von der Bundesregierung hier, die Botschaft aus der Bevölkerung auch wahrzunehmen und aus der Verbraucherschaft und endlich die Reduktion der Tierzahlen anzugehen.

00:16:52: Das ist für den Wasserschutz wichtig – auch für den Klimaschutz und für die

00:16:56: Luftreinhaltung.".

00:17:10: diese sozialen Sorgen, die die Leute haben.

00:17:13: Ich kann mir meinen Schnitzel nicht mehr leisten aber eben auch ökologische Erwägungen mit

00:17:18: berücksichtigt.".

00:17:21: Im Moment ist Fleisch deutlich billiger als die realen Kosten.

00:17:26: ich zahle für das Fleisch am Ende dreimal.

00:17:29: Ich zahl einmal an der Ladentheke da scheint das Fleisch im Moment billig zu sein!

00:17:34: Ich zahl aber auch in Form von steigenden Wasserpreisen weil die Nitratbelastung vielerorts steigt und perspektivisch noch viel weiter ansteigt im Zuge des Klimawandels, weil Wasser dann knapper wird.

00:17:47: Und die Nitratkonzentration damit steigt.

00:17:51: Kannst du mal erklären warum steigen die Wasserpreise in den letzten Jahren?

00:17:55: In den letzten jahren beobachten wir das Niederschlagsmengen sich so verändern dass letztendlich die Grundwasser Menge sinkt.

00:18:05: An vielen Orten sinkt der Grundwasser Pegel.

00:18:08: Jetzt ist das Grundwasser Aber die Hauptquelle für unser Trinkwasser?

00:18:13: Es regnet zu wenig, dass sich genug Grundwasser nachbildet.

00:18:17: Also es wird weniger mehr Grundwasser verbraucht als Grundwasser sich neu bildet weil es zu wenig regnet und zu viel entnommen wird.

00:18:25: Die Regenmenge ist relativ konstant, die Entnahmemengen aber steigen.

00:18:30: Und insofern ja hast du vollkommen recht es wird mehr entnommen als sich neu bilden kann.

00:18:35: und wenn wir ganz einfach die Rechenmenge aufmachen ich habe weniger Wasser im Glas aber die gleiche Menge an Schadstoffen dann steigt die Konzentration und das passiert im Grundwasser!

00:18:52: Menge geringer wird.

00:18:53: Und hier treffen wir dann immer mehr Orten, den Grenzwert über oberhalb dessen das Grundwasser gar nicht mehr als Trinkwasser nutzbar ist ohne aufbereitet zu werden.

00:19:05: Das heißt für die Wasserwerke dass sie zum Beispiel eben belastetes Wasser verdünnen müssen durch sauberes Wasser damit sie wieder auf den richtigen Wert kommen.

00:19:13: Oder es heißt, dass Sie bestimmte Brunnen aufgeben müssen.

00:19:16: Neuen Brunen bohren das kostet auch wieder Geld.

00:19:18: der neue Brunne die Leitungen alle diese Dinge und wer zahls?

00:19:22: Das zahlen wir als Wasserkundinnen und Kunden.

00:19:25: Ja, genau.

00:19:26: Und das Verursacherprinzip von dem wir eben gehört haben dass es in ganz Europa gilt wird in Deutschland gebrochen weil nicht die verursacher von Nitrat im Grundwasser zur Kasse gebeten werden – die Fleisch- und Milchindustrie, die Düngemittelindustrie sondern hier sollen wir Wasserverbrauchern denn wir Verbraucherinnen und Verbraucher zahlen und damit kommt uns der Fleischkonsum in diesen Mengen wie wir ihn jetzt praktizieren teuer zu stehen.

00:19:52: außerdem gibt es noch einen Und zwar wird im Moment zwanzig Prozent mehr Fleisch erzeugt, als gegessen wird.

00:20:02: Sogar bei Schweinefleisch liegen wir bei fünfunddreißig Prozent über Produktionen.

00:20:07: Bei Milch ebenfalls wird sehr viel mehr Milch erzeugte als in Deutschland und auch in Europa konsumiert werden.

00:20:15: Hier gibt es noch eine große Möglichkeit Tierzahlen zu reduzieren und damit auch den Markt zu entlasten, aber vor allem auch den Wasserschutz zu verbessern.

00:20:25: Wir produzieren also teilweise für den Export – das geht auf Kosten unserer Umwelt und letztendlich unsere Gesundheit.

00:20:31: Hier kommt die Lobby wieder ins Spiel, denn der Agrarminister Alois Reiner und die ganze Bundesregierung stehen Agrarexporter als ein Wirtschaftsmodell.

00:20:43: Und hier ist aber ganz klar, wir importieren für die Fleisch- und Milchwirtschaft tonnenweise Soja aus Ländern des Südens, aus den USA, aus Brasilien.

00:20:55: Und dieses kommt häufig auch oder zwanzig Prozent der Soja-Importe, die nach Europa kommen sind mit Entwaltung assoziiert.

00:21:03: Das heißt, wir verursachen woanders große Schäden für das Futter, dass bei unseren Tieren in Ermassentierhaltung Das bedeutet auch die Soja-Importe, das sind ja Eiweißfuttermittel.

00:21:15: Eiweiss ist wiederum Stickstoff.

00:21:18: Stickstoff kann zulitrat werden!

00:21:21: Wir haben hier einen permanenten Nährstoff im Port der am Ende im Wasser landen kann.

00:21:27: Denn auch wenn das Fleisch und Milch in den Export wandern – Die Gülle der Tiere bleibt hier und verschmutzt unser Wasser.

00:21:35: Das ist jetzt ein wirtschaftliches System.

00:21:38: Ein Teil der Globalisierung, denn du beschrieben hast wo es ja ganz eindeutig ist wer nicht daran gewinnt also wer nicht gewinn sind die Verbraucherinnen und Verbrauchern Lebensmittel bekommen, die unter unwürdigen Bedingungen produziert werden und nicht wirklich gesund sind.

00:21:55: Die Preise steigen auch – die Lebensmittelpreise sind ja sehr stark gestiegen in den letzten Jahren.

00:21:59: Wer auch nicht profitiert, sind die Landwirte, die ja seit Jahren zu Recht auch klagen, dass sie Höfe aufgeben müssen weil sie die Kosten nicht mehr decken können.

00:22:08: Wer macht denn da das Geschäft?

00:22:10: Bei irgendwer muss das Geld doch bleiben!

00:22:13: Wenn wir uns mal die Liste der Unternehmen angucken Die Unternehmensleitungen, die auch auf der Vorbesliste auftauchen.

00:22:23: Dann sehen wir an erster Stelle die Supermärkte.

00:22:26: und hier haben Untersuchungen von im Jahr zwanzigundzwanzig gezeigt dass die Margen in der Lebensmittelkette also mit Lebensmitteln machen.

00:22:38: bei siebten.

00:22:42: Und wenn man sich für überlegt, ich erbe und möchte mein Geld an der Bank anlegen.

00:22:48: Auf diese!

00:22:50: Eigenkapitalraten komme ich als normale Sparerin niemals.

00:22:55: Und wenn wir uns dann die Industrie anschauen, da sagen Untersuchungen, wir liegen etwa bei elf Prozent Rendite manchmal zwölf Prozent Rendito und das ist nicht die Tabakindustrie sondern tatsächlich die Lebensmittelindustrie gemeint.

00:23:08: Als wenn wir dann uns auf die landwirtschaftliche Ebene begeben Dann sehen wir hier ein Höfesterben denn Bauern und Bäuerinnen haben größte Mühe, sich gegen diese großen Player am Markt Industrie- und Lebensmittelhandel durchzusetzen mit ihren Preisforderungen.

00:23:27: Hier sehen wir stattdessen dass immer mehr Betriebe rote Zahlen schreiben und nicht über die Runden kommen weil die Rechte der Bauern für anständige Produkte auch gutes Geld zu verlangen viel zu wenig ausgeprägt sind.

00:23:42: hier muss noch viel Und da stehen wir natürlich an der Seite der Bauern und Bäuerinnen, kämpfen mit für faire Preise für umweltverträgliche Produkte.

00:24:02: Jetzt haben wir angefangen mit dem sauberen Wasser und sind jetzt auf einmal gelandet bei einem wirtschaftlichen System mit massiven Interessenkonflikten.

00:24:10: Ein System wo wenige gut verdienen, wo aber sehr vieles auf Kosten von Menschen Natur geht, wo es auf Kosten des ländlichen Raums gewachsener Strukturen geht.

00:24:22: Und jetzt die Frage noch mal an dich.

00:24:27: Was macht da ein Umweltschutzverband, ein Verbraucherschutzverband wie die Deutsche Umwelthilfe?

00:24:32: Wir gehen vor Gericht oder was machen wir sonst?

00:24:35: Wirgehen ja nicht gleich vor Gerichte.

00:24:36: vielleicht kannst du einfach mal ein bisschen beschreiben.

00:24:39: Was machen wir auch im Dialog mit Landwirtinnen und Landwirten?

00:24:43: Was lässt sich politisch erreichen?

00:24:44: Wo sind es da die Hebel?

00:24:46: Und dann am Schluss kann man sicher auch nochmal auf dieses Thema wo kann man den juristischen Hebel ansetzen dass wir eben Klagen vorgerichtet gehen?

00:24:53: Zum einen setzen wir uns mit Bauern und Bäuerinnen vor Ort auseinander und schauen tatsächlich zum Beispiel auch in Ackerbau-Regionen, wo zu viel Nitrat im Grundwasser gefunden wird.

00:25:04: Mensch was können wir denn verbessern?

00:25:06: In der täglichen Wirtschaft!

00:25:08: Wir sprechen mit Bäckereien und weil ein hoher Nitratgehalt im Grundwasser kann auch manchmal ein Indiz sein das dort Weizen angebaut wurde oder überdüngt wurde.

00:25:23: Bäckereiindustrie, die Brotindustrie möchte gerne einen Weizen haben der ganz hohe Protein gehalten hat.

00:25:30: Damit die Maschinen in der Industrie nicht so lange kneten müssen.

00:25:34: Aber

00:25:35: Brot gibt es doch jetzt schon ein paar tausend Jahre?

00:25:36: Ja!

00:25:37: Das hat's doch auch mal vorher gegeben.

00:25:38: Es muss doch möglich sein Brot zu backen ohne dass man seine Felder überdüngt oder?

00:25:42: Richtig

00:25:43: das ist auch möglich und das zeigen Zehntausende von Bio-Bäuerinnen jeden Tag, deren Mehl, deren Getreide wunderbar verbacken wird in Zubio Brot und ohne Überdüngung ganz hervorragende Brote gibt.

00:25:58: Die Herausforderung ist das kostet die Industrie ihren Anteil denn ganz klar ... Also ein Weizen mit einem hohen Proteingehalt, der durch Überdüngung erzielt wird lässt Einsparungen in der Industrie zu.

00:26:15: Weil die Knetmaschinen nicht so lange laufen müssen.

00:26:17: In der handwerklichen Bäckerei wo Bio-Brot hergestellt wird sagen die Bäckerinnen ich werde es solange kneten bis das Brot fein ist und diese Zeit muss man sich nehmen.

00:26:28: nur jetzt wird klar wir müssen wirklich entlang der ganzen Lebensmittelkette und dass tun als DUH Gespräche führen, damit alle Beteiligten ihren Beitrag zum Wasserschutz leisten.

00:26:47: Bio-Landwirtinnen und Landwirte.

00:26:49: Es gibt auch in der Lebensmittelwirtschaft, hast du ja beschrieben.

00:26:52: Auch Akteure haben sich auf den Weg gemacht.

00:26:54: Wie ist es in der Politik?

00:26:56: Also wir sitzen jetzt hier gerade in Berlin.

00:26:58: Wir sitzen im Berliner Mitte beide von uns in regelmäßigem Gespräch mit Abgeordneten dem Deutschen Bundestag Europaparlament mit Menschen in den Ministerien.

00:27:07: Stößt das dort auf offene Ohren?

00:27:10: Hast du das Gefühl, dass geht's in die richtige Richtung solche Argumente wie du sie jetzt gerade vorgebracht hast?

00:27:19: Ich beschäftige mich jetzt ungefähr zwanzig Jahre damit, den sozusagen das Wasser sauber zu halten.

00:27:26: Und in den fünf Jahren bei der DUH habe ich, ich weiß nicht, unzählige Stellungnahmen mit verfasst wie das Wasser mit guten politischen Regeln sauber gehalten werden kann.

00:27:39: und das heißt bisher ist es noch sehr schwierig.

00:27:43: wir hatten zwischendurch ein sehr eine sehr gute Verordnung, die diese verursacher Gerechtigkeit widergespiegelt hat.

00:27:52: Die hieß Stoff-Strom-Bilanzverordnung.

00:27:55: Das

00:27:55: ist jetzt aber ein kompliziertes Wort.

00:27:59: Das Wort ist uns ja auch nicht wichtig, sondern nur der Inhalt dieser Verordnung war eben diese Input-Output-Bilanz betriebsgenau für ungefähr alle Betriebe in Deutschland oder fast alle Betliebe.

00:28:11: Und damit hatten wir dann wirklich verursacher Gerechtigkeit.

00:28:15: Leider ist diese Stoffstrombilanzverordnung von Herrn Aloys Reiner abgeschafft worden und damit ist das Verursacherprinzip im Düngerecht derzeit auf dem Rückweg.

00:28:27: uns nicht gefallen lassen und damit besteht eine unserer großen Aufgaben darin, einen langen Atem zu bewahren.

00:28:34: Wieder und wieder Stellungnahmen zu Gesetzen, Forderungspapiere Eckpunkte Papiere zu schreiben und gemeinsam mit den Bauern und Bäuerinnen die fortschrittlich sind wie etwa der ökologische Landbau- und seine Dachverbände sowohl in Deutschland als auch auf Brüsseler Ebene klar zu sagen wie Wasserschutz funktionieren kann im Einklang mit einer funktionierenden Landwirtschaft die gute Lebensmittel und nebenbei noch sauberes Wasser- und Artenschutz produziert.

00:29:04: Und das führt mich zu einem Punkt, der ganz wichtig ist.

00:29:08: Wir versuchen es natürlich im Gespräch – wir versuchen im Gesprächen mit der Branche, mit den Landwirtinnen und Landwirten – wir versuchen es auch in Gesprächen.

00:29:16: Aber wenn das nicht wirkt, müssen wir den Druck erhöhen und deswegen gehen wir eben auch manchmal vor Gericht.

00:29:21: Und die letzten Jahre haben ja gesehen dass wir unsere Klagen für sauberes Wasser also das zum Beispiel die europäische Nitratrichtlinie oder die Europäische Wasserrahmen Richtlinie umgesetzt werden dass diese Recht nicht nur auf dem Papier steht.

00:29:36: Und wir haben hier höchstrichterlich alle Klagen gewonnen, das erhöht natürlich immens den Druck auf die Politik weil dann irgendwann kommt ein Vollstreckungsverfahren und irgendwann sind auch Strafzahlungen fällig.

00:29:46: Wir sind hier übrigens in ganz engen Austausch also deutsche Umwelthilfe mit der Wasserwirtschaft großer Alliärter mit der europäischen Kommission Die immer ganz aufmerksam auf uns schaut.

00:29:58: Wir sind regelmäßig in Brüssel auch eingeladen und geben dort Zeugnis.

00:30:02: Und berichten auch von den Erfahrungen hier in Deutschland, die Europäische Kommission hat jahrelang ein Vertragsverletzungsverfahren geführt gegen die Bundesregierung.

00:30:10: Das hat sie dann eingestellt als die letzte Regierung gesagt hat ja wir tun jetzt was?

00:30:15: Dann hat die Region gewechselt.

00:30:17: Jetzt wird es alles wieder rückabgewickelt Versprechung werden nicht gehalten da droht das nächste Vertrag.

00:30:22: verletzten Verfahren im übrigen tägliche Strafzahlung bis zu einer knappen Million Euro täglich kann man sich dann ausrechnen, wieviel wir als Steuerzahler einem Jahr zahlen würden.

00:30:33: Als Strafe dafür dass die Politik die eigenen Gesetze nicht einhält.

00:30:38: diese rechtlichen Möglichkeiten die nutzen wir relativ systematisch aus.

00:30:43: bei der Gelegenheit vielleicht auch ein kleiner Werbe.

00:30:45: einschubfalt.

00:30:46: das sind wir Das ist jetzt an sie höherein höhere gerichtet auch auf Sie angewiesen.

00:30:52: Da brauchen wir Unterstützung, weil wir haben tolle Anwälte.

00:30:54: Aber auch diese Anwältes schreiben Rechnungen an uns.

00:30:58: Diese Rechtsverfahren sind ausgesprochen teuer.

00:31:00: da muss man sich mit Recherche bewaffnen.

00:31:03: Man muss die Anwaltskosten bezahlen und die Gerichtskosten.

00:31:06: aber da brauchen wir wirklich Ero-Unterstützung und bauen sehr darauf.

00:31:10: bei der Gelegenheit den Dank an alle Förderinnen und Förderer, die uns schon sehr lange unterstützen.

00:31:24: Jetzt vielleicht noch mal ein Schritt zurück von diesen Klagen.

00:31:28: Wir haben ja auch ganz oft die Frage, was können denn wir Einzelnen tun?

00:31:32: Also nicht nur immer Vorderungen an die Politik.

00:31:34: Was können denn Menschen wie du und ich, was kann Verbraucherinnen und Verbrauchern den tun damit wir eine andere Landwirtschaft haben dass wir gesunde Lebensmittel haben das wir sauberes Wasser haben?

00:31:46: Wir können einmal als Verbraucherinnen und Verbrauchern auf ökologische Produkte zurückgreifen, denn im öklogischen Landbau gilt diese Grenze.

00:31:56: Und diese Flächenbindung der Tierhaltung, die ich eben ansprach, dass nur so viele Tiere gehalten werden wie man von der eigenen Fläche ernähren kann oder mindestens zur Hälfte ernähre kann – und das genug Fläche bei einem Betrieb vorhanden ist, um die Umgülle und Mist-Umwelt verträglich auszubringen.

00:32:13: Das sind diese zwei Kühe pro Hektar oder Äquivalente in Schweinen oder Geflügeln – im Ökolandbau gilt das schon!

00:32:22: Und deshalb ist der ökologische Landbau ein ganz wichtiger Beitrag zum Wasserschutz.

00:32:27: Und wir sehen auch in den Regionen, wo Ökolandbau flächendeckend gemacht wird.

00:32:33: Ich sag mal das ist rund um die Wasserwerke München und Leipzig, wo sich nämlich die Wasserversorger diese ökologische Eigenschaft der Biobetriebe zu Nutze machen und sagen Die Flächen, die eine ganze Stadt mit Wasser versorgen, die möchten wir lieber gleich unter Schutz stellen.

00:32:51: Da kann dann auf der Oberfläche am allerbesten ökologically gewirtschaftet werden.

00:32:56: Und da sehen wir ganz große Erfolge.

00:33:00: und von dem her ist jeder Gang in den Bioladen einen Gang, der auch zum Wasserschutz beiträgt.

00:33:08: Wenn die Produkte importiert sind kann man auch ganz klar sagen, auch zum Wasserschutz.

00:33:11: in anderen Ländern ist das ein Beitrag denn diese Regeln gelten insgesamt im ökologischen Landbau auch im europäischen Maßstab.

00:33:23: Ein zweiter Beitrag ist bleiben sie politisch?

00:33:26: Denn ganz klar brauchen wir Rahmenbedingungen und Regierungen, die auf Bundes- und Landesebene.

00:33:33: Den Wasserschutz zu einer Priorität erklären.

00:33:37: Denn wir haben ja keine zweiten Grundwasserkörper, auf die wir zurückgreifen können wenn wir die unseren jetzt belasten.

00:33:46: es gibt weder ein Planet B noch einen Wasserreservoir B sondern was wir brauchen sind klare Bekenntnisse dazu unsere natürlichen Ressourcen zu erhalten und da brauchen wir Bund und Länder die mitmachen beim Ressourceschutz.

00:34:04: Also das sind zwei ganz konkrete Dinge, die wir alle tun können.

00:34:07: Also dann immer wenn wir unsere Portemonnaie öffnen, ob es auf dem Wochenmarkt ist oder ob sie im Supermarkt ist und überlegen, wähen wir damit bezahlen?

00:34:15: Und wägen dann eben nicht also die Richtigen auch belohnen indem wir die guten Produkte kaufen zum Beispiel aus dem Ökolandbau.

00:34:23: Und dass wir dann, wenn wir zur Wahl ohne schreiten und wenn wir uns auch sonst in der Demokratie engagieren – das ist ja nicht nur alle vier Jahre bei der Wahl sondern auch dazwischen -, dass wir eben denen die Entscheidungen treffen.

00:34:34: Auch zeigen welche Entscheidungen wir von Ihnen erwarten!

00:34:38: Und damit haben wir, glaube ich wirklich einen breiten Bogen gespannt vom sauberen Wasser über die wirtschaftlichen Zusammenhänge bis hin zu dem was wir alle persönlich auch tun können.

00:34:51: und jetzt bedanke ich mich für Ihre Aufmerksamkeit.

00:34:54: Dann noch der Hinweis darauf, wenn Sie Fragen haben.

00:34:58: Wenn Sie Feedback haben zu unserem Podcast dann erreichen sie uns unter die E-Mail Adresse podcast at doh.de.

00:35:05: und ansonsten auch wenn Sie über unsere Arbeit informiert bleiben wollen, dann informieren Sie sich auf unseren Social Media Kanälen, abonnieren Sie unser Newsletter, die Links dazu finden Sie in den Show Notes im Podcast.

00:35:18: und damit bedanke ich mich sehr fürs Zuhören und hoffentlich bis zum nächsten Mal!

00:35:22: Auf Wiedersehen Druck machen, der Podcast der Deutschen Umwelthilfe.